16.03.2010 21:09
Gekommen um zu bleiben
Ist es der UHC Uster-Fanblock, sind es die neuen weissen Dresses oder doch die Schnitzelbrote? Welche Faktoren waren ausschlaggebend für den Wiederaufstieg?
Mit einem letzlich klaren 4:1 in der Serie gegen einen aufopfernd kämpfenden UHC Sarganserland hat der UHC Uster auf überzeugende Art und Weise die Rückkehr in die SML geschafft und ist nach nur einem Jahr Verbannung in die Zweitklassigkeit wieder zurück im Oberhaus des Schweizer Unihockeys.
Der Weg zurück wurde durch die Liga-Aufstockung sicherlich begünstigt, doch die Ustermer spielten eine beeindruckende NLB-Saison, zeigten sich weitestgehend konstant und konnten es sich dank ihrer Klasse sogar leisten, mit ihren Gegnern zu spielen. „Können wir einen Fünftore-Rückstand noch drehen oder dürfen es maximal vier sein?“ schien die Frage zu sein, welche das Team von Spieltag zu Spieltag mehr ausreizte und ihren Fans und dem Trainerstab das eine oder andere graue Haar bescherte.
Obwohl die Fachpresse die Ustermer vor dem Saisonstart nur auf Rang 4 getippt hatte, setzten die Ustermer zu einem veritablen Start-Ziel – Sieg an. Die rangmässige Prognose erwies sich als genauso falsch, wie die damit zusammenhänge Begründung, dass es dem UHC Uster an Skorern mangle. Raphael Berweger gewann überlegen die Skorerwertung, gefolgt von Roberto Vizzini, der im Februar sogar erstmals an einem Nationalmannschaftszusammenzug teilnehmen durfte. Mit Routinier und Teamcaptain Thomas Aellig sowie Verteidiger-Rookie Dominik Bohli figurieren gar noch zwei weitere Ustermer in den Top10 der Skorerliste.
Die Gründe für die rasche Rückkehr sind vielfältig, die drei Hauptfaktoren sollen kurz beleuchtet werden:
Faktor „Team“
Den Verantwortlichen gelang es trotz der vorangegangenen Katastrophen-Saison, das Team den Vorstellungen entsprechend zusammen zu stellen. Spieler, die man halten wollte, zeigten Charakter und stellten sich ihrer Verantwortung. Die Kerngruppe um den neuen Teamcaptain Thomas Aellig, Verteidigungsminister Leo Maag und Urgestein Thomas Hürlimann hält das Team seit Jahren zusammen. Diese starke Basis konnte mit aufstrebenden Talenten aus dem eigenen erfolgreichen Nachwuchs ergänzt werden. Die Mischung stimmte und wird auch in Zukunft stimmen.
Faktor „Junge Wilde“
Die gut ausgebildeten Jungspunde (Kosename: Schäfchenlinie) fügten sich nahtlos ins Gefüge ein. Das bewährte Ustermer Förderprogramm sorgt seit Jahren für eine gute Integration der aufstrebenden Talente. Der Fokus des UHC Uster wird auch in Zukunft auf dieser Arbeit liegen. Weitere Ideen stehen zur Umsetzung bereit und sollen neue Massstäbe setzen. Der Spielraum ist noch nicht ausgeschöpft.
Faktor „Staff“
Die Verpflichtung von Tomas Eriksson, welcher bei seinem letzten Verein AIK Stockholm das Erfolgsgen eingeimpft bekommen hat, war die richtige Lösung für das verunsicherte Team. Der umgängliche Schwede erreichte das Team mit seiner positiven Art von der ersten Sekunde an. Unterstützt wurde er von Patrick Müller, dessen Arbeit in den letzten drei Saisons nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Mit seiner Erfahrung und seiner zurückhaltenden Art, ist Müller längst ein unverzichtbares Element im Ustermer Erfolgs-Puzzle geworden.
Der UHC Uster hat in den letzten Monaten in kompakter Form die bitteren Momente des Abstieges, die manchmal langweilige Saison in der NLB und die vielumjubelte Rückkehr ins Oberhaus erleben dürfen. Die Zugehörigkeit zur höchsten nationalen Spielklasse, welche zuvor als mehr oder weniger selbstverständlich erachtet wurde, wird künftig wieder mehr geschätzt werden. Das Team und das Umfeld sind gereift. Wichtig ist, dass Fehler der Vergangenheit nun nicht wiederholt werden. Die definierte Personalpolitik wird fortgeführt und der Uster-Weg konsequent weiter verfolgt. Niemand hat den UHC Uster in der SML vermisst, aber alle sollen nun spüren, dass die Zürcher Oberländer wieder zurück sind. Oder wie es die deutsche Trend-Band „Wir sind Helden“ so schön singt: Der UHC Uster ist „gekommen um zu bleiben“.
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