21.02.2010 00:27
Der UHC Sarganserland meldet sich zurück
Der UHC Sarganserland gewinnt in Uster knapp 3:4. Damit sind die St. Galler nur noch eine Länge hinter Uster zurück.
Die dritte Playoffpartie begann zwar ähnlich wie vor Wochenfrist, verlief dann aber doch ganz anders. Diesmal hielten die Gäste an ihrem defensiven Konzept fest und überliessen in den ersten Minuten die Spielgestaltung den Ustermer. Das Heimteam nutzte denn auch den ersten Ausschluss in der 9. Minute zur Führung durch Vizzini. Sonst allerdings scheiterten sie immer wieder am gut disponierten Torhüter der Sarganser, Arambasic. Bei diversen Szenen standen sich die Platzherren allerdings auch selbst im Weg. Mehrmals versuchten sie den Ball ins gegnerische Tor zu tragen, anstatt den Abschluss zu suchen. So war denn auch mehrmals die Forderung „jetzt schüss emol“ von der Tribüne zu vernehmen. Kurz vor Drittelsende schickte Sauter mit einem weiten Pass in die Tiefe seinen Kollegen E. Furger los. Dieser lief plötzlich allein gegen Bisso und konnte den Ball noch entscheidend zum 1:1 ablenken.
Im zweiten Drittel zeigten die Sarganserländer, dass sie mit Engagement, Kampf und Härte die Ustermer nicht nur defensiv kontrollieren, sondern auch unter Druck setzen können. Ihre aggressive und aufsässige Art brachte die Zürcher aus dem Konzept. Zu oft waren die Aussenseiter einen Schritt schneller. Dazu wurden sie nun etwas mutiger und taten mehr für die Offensive. So verwunderte es nicht, dass Grass seine Farben zum ersten Male in dieser Playoff-Serie überhaupt in Führung schiessen konnte. Nun gerieten die Ustermer kurzfristig von der Rolle. Zuerst schickten die Unparteiischen mit Fischer und Pfiffner je ein Spieler beider Teams für ein Rencontre in die Kühlbox. Als kurz darauf auch Usters Mahler wegen Bodenspiels noch eine kleine Strafe kassierte, wussten dies die nun stark aufspielenden St. Galler auszunutzen. Sauters Pass fand De Coi, und dieser versenkte zum 1:3. Trainer Eriksson brachte mit markigen Worten kurzfristig wieder etwas Ruhe in seine Reihen. Allerdings schlenzte Sauter keine zwei Minuten später nach einem Gegenstoss den Ball schon wieder an Bisso vorbei ins Netz. Nach diesem fünfminütigen Zwischenspurt zogen sich die Gäste wieder in die Defensive zurück. Die Ustermer traten nun entschlossener auf und waren nun klar spielbestimmend. Doch sie wurden immer wieder von Arambasic gestoppt; zweimal rettete das Gehäuse den Sarganser-Goalie.
Mit dummen Strafen bringt sich Uster um den Schlussspurt
Das letzte Drittel verkam zum Wettlauf gegen die Uhr. Angriff um Angriff rollte Richtung Arambasic, doch die Sarganser verteidigten sich geschickt und machten die Räume eng. Erst in der 52. Minute konnte Raphael Bohli auf 2:4 verkürzen. Er lenkte einen Schuss seines Bruders erfolgreich ab. 38 Sekunden später aber zappelte der Ball schon wieder im Sarganser Kasten. Diesmal war Aellig aus halbrechts erfolgreich, nachdem Krienbühl das Spiel verlagerte. Das Publikum erwartete nun einen Sturmlauf der Platzherren für die Schlussphase. Die Ustermer brachten sich aber mit zwei unnötigen Strafen selbst um den Finish. Fischer und Krienbühl wurden beide jeweils für übertriebene Härte auf die Bank geschickt. So brachten die Gäste vier der verbleibenden fünf Minuten problemlos über die Runden. Erst 36 Sekunden vor Schluss konnten die Ustermer wieder in Vollzahl angreifen. Auch das Ersetzen des Torwarts änderte aber nichts mehr am Sieg der Südostschweizer.
Der UHC Sarganserland hat diesen Sieg nicht gestohlen, mit einer beherzten Leistung und dem nötigen Quäntchen Glück hat sich der Aussenseiter selbst wieder ins Playoffgeschäft zurückgemeldet. Die Ustermer müssen sich an der eigenen Nase nehmen. Erst in der zweiten Matchhälfte konnten sie überzeugen, ihre Überlegenheit aber selbst dann zuwenig in Tore ummünzen.
Den Ustermer Spieler waren nach dem Spiel frustriert, sie hatten sich viel vorgenommen aber wenig erreicht. Stefan Fischer meinte, man sei motiviert gewesen, „wir haben aber unsere Leistung nicht abrufen können.“ „Sargans hat genau das Spiel aufgezogen, welches wir nicht gern haben.“ Auch Coach Eriksson verbarg seine Enttäuschung nicht. „Wir haben sicher nicht auf dem besten Niveau gespielt und 95% reichen im Playoff nicht zum Sieg.“ Eriksson glaubt nicht, dass seine Mannschaft den Gegner unterschätzt hat: „Bereits das Spiel in Sargans war eng. Wir wussten, dass heute alles bei Null beginnt.“
Bilder vom Spiel
Telegramm:
UHC Uster – UHC Sarganserland 3:4 (1:1, 0:3, 2:0)
Buchholz, Uster - 294 Zuschauer
SR: Jost / Meier
Tore: 9. Vizzini (Ausschluss E. Furger) 1:0, 19. E. Furger (Sauter, 26. Grass 1:2, 29. De Coi (Sauter / Ausschluss Mahler) 1:3, 31. Sauter 1:4, 52. R. Bohli (D. Bohli) 2:4, 53. Aellig (Krienbühl) 3:4
UHC Uster: Bisso; Mahler, Krienbühl, Maag, Schaufelberger, Schlüssel, D. Bohli; Berweger, Aellig, Züger, Konarik, R. Bohli, Hürlimann, Fischer, Werner, Vizzini, Jaggi
UHC Sarganserland: Arambasic; Brunner, Britt, Scherrer, Sturzenegger; Giger, De Coi, Grass, Kohler, Bozatzis, E. Furger, Sauter, Spring,
Strafen: UHC Uster 4x2 Min, UHC Sarganserland 2x2 Min
Bemerkungen: UHC Uster ohne Gerber (verletzt) UHC Sarganserland ohne Müller und Altherr,
[Resultate...]