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Herren NLA

11.03.2018

Titelverteidiger schickt Ustermer in die Ferien

Auch im vierten Spiel der Playoff-Viertelfinalserie war der Widerstand des UHC Uster gegen den grossen Favoriten SV Wiler-Ersigen gross. Trotzdem behielt der Titelverteidiger auch an diesem Samstagabend in der Zuchwiler Sporthalle mit 6:4 die Oberhand und beendete damit die Saison 2017/18 der Zürcher Oberländer.

Anders als in den vergangenen sieben Jahren schloss der UHC Uster die Saison für einmal mit einer Niederlage ab. Da diese weder in den Playouts noch in der Ligaquali, sondern als Clubpremiere erstmals in den NLA-Playoffs zustande kam, sind die Folgen für die Zürcher Oberländer verkraftbar. Trotzdem: Mit etwas mehr Fortune im Schlussdrittel hätte man diese vierte Playoffpartie zumindest in die Overtime und vielleicht auch die Serie in die Verlängerung zwingen können, denn der Titelverteidiger schien an diesem Abend zum wiederholten Mal alles andere als übermächtig.

Für das erste Tor des Spiels waren die Ustermer besorgt, als Wiler-Goalie Christoph Reich nach viereinhalb Minuten einen Schuss von UHCU-Captain Raphael Berweger abprallen liess und Simon Suter goldrichtig stand, um den Ball einzunetzen. Gut zwei Minuten später verbuchte dann der Emmentaler Topscorer Deny Känzig das erste Tor für das Heimteam, nur zehn Sekunden nachdem sein Kollege Daniel Johnsson noch mit einem Pfostenschuss gescheitert war. Danach waren wieder die Zürcher Oberländer für die grossen Chancen besorgt; der von Beginn an eingesetzte Förderkaderspieler Timon Stäubli und Romano Schubiger scheiterten jedoch an Reich. In der 15. Minute fasste sich Oskar Henriksson ein Herz, lief mit dem Ball an der Schaufel über das ganze Feld und konnte sich vor dem Wilener Tor auch noch völlig unbedrängt die Ecke aussuchen. Dies wollten die Berner sichtlich nicht auf sich sitzen lassen; Uster-Keeper David Holenstein verhinderte jedoch mit einer Riesenparade Deny Känzigs zweiten Treffer. Erst als Sandro Kellermüller zwei Minuten vor dem Pausentee wegen Stockschlags auf die Strafbank geschickt worden war, konnte der Qualisieger im Powerplay durch Matthias Hofbauers sehenswerten Hockeckschuss den erneuten Ausgleich realisieren.

Gerade einmal eine Minute nach Wiederanpfiff wurde die Ustermer Hintermannschaft von den Emmentalern mit direkten Passfolgen gnadenlos ausgespielt; Joel Krähenbühl schloss den wunderbaren Spielzug erfolgreich ab. Es dauerte jedoch nicht einmal drei weitere Minuten, bis Henriksson auch das Score der Gäste auf drei Zähler stellte. Die Wilener hatten den Schweden wiederum über das ganze Feld stürmen lassen; der einzige Unterschied zu dessem ersten Tor bestand darin, dass er diesmal erst im Nachschuss reüssierte. Die Ustermer hatten durch einen Weitschuss Florian Bolligers sowie durch die Abschlussversuche von Schubiger und Topscorer Manuel Hummer durchaus Chancen, um wieder in Führung zu gehen. Allerdings liefern die Zürcher Oberländer zu Spielhälfte in einen Konter, den Torschütze Claudio Mutter und Assistgeber Deny Känzig mit einem schnellen Doppelpassspiel erfolgreich abschlossen. Wenig später bauten die Berner ihren Vorsprung erstmals auf zwei Tore aus, als Jan Bürki nach einem unerlaubten Körpereinsatz von Thomas Aellig die folgende Überzahl zum fünften Treffer ausnutzen konnte. Zweieinhalb Minuten vor der zweiten Pausensirene gelang jedoch auch dem UHC Uster ein Powerplay-Tor, als Krähenbühl wegen Stockschlags zuschauen musste; Hummers flacher Weitschuss fand den Weg an Reich vorbei ins Tor.

Die Gäste starteten mit umgestellten Linien ins letzte Drittel; der Erfolg blieb aber aus. Nach einer Intervention von Anjo Urner vor dem eigenen Gehäuse entschieden die Referees in der 43. Minute auf Penalty für Wiler-Ersigen. Tatu Vännänen liess sich nicht zweimal bitten und versenkte mit einem trockenen Schluss. Acht Minuten später bekamen dann auch die Ustermer einen Penalty zugesprochen. Als man nach einem Stockschlag Daniel Sesulkas bereits in Überzahl agieren konnte, ahndeten die Schiedsrichter das selbe Verdikt auch bei dessen Kollegen Mutter, der damit eine Torchance verhindert hatte. Hummer trat zum Penalty an, wurde von den Referees jedoch noch vor dem Abschluss zurückgepfiffen, da er den Ball während des Anlaufens zurückgezogen haben soll.

Natürlich ärgerlich, dass diese Chance verpasst wurde. Jedoch hätte sich den Gästen in den letzten zehn Spielminuten durchaus noch die Gelegenheit geboten, zumindest die für den Ausgleich benötigten zwei Treffer noch zu bewerkstelligen. Das Überzahlspiel nach dem vergebenen Penalty konnte jedoch ebenso wenig genutzt werden, wie ein weiteres wenig später, als die Emmentaler wegen eines Wechselfehlers schon wieder in Unterzahl agieren mussten, dabei jedoch weitaus gefährlicher vor dem gegnerischen Tor auftauchten als die Ustermer. Auch ein Timeout und die letzte halbe Spielminute in doppelter Überzahl brachten keinen Torerfolg mehr, so dass sich die Ustermer Spieler in die meisterschaftsfreie Zeit verabschiedeten.

Für Thomas Aellig, der sich mit Nachwuchs auf dem Arm zum Handshake mit den Wilenern aufmachte, bedeutete das, dass er an diesem Abend das letzte Spiel seiner NLA-Karriere absolviert hatte. Auch der Weggang von Trainer Simon Meier ist schon eine bekannte Tatsache. Für einmal haben die Ustermer jedoch in der Kaderplanung für die kommenden Saison sicher weniger Druck und als Playoffteam auch bessere Argumente in der Hand, als in früheren Zeiten.

 

SV Wiler-Ersigen – UHC Uster 6:4 (2:2, 3:2, 1:0)

Sportzentrum Zuchwil. – 441 Zuschauer – SR: Preisig/Schaffter. – Tore: 5. Suter (Berweger) 0:1. 7. D. Känzig 1:1. 15. Henriksson 1:2. 20. Hofbauer (Johnsson) 2:2. 21. Krähenbühl (Louis) 3:2. 24. Henriksson (Juhola) 3:3. 30. Mutter (D. Känzig) 4:3. 33. Bürki (Väänänen) 5:3. 38. Hummer (Juhola) 5:4. 43. Väänänen 6:4. – Strafen: 5 mal 2 Minuten gegen Wiler-Ersigen, 2 mal 2 Minuten gegen UHC Uster. – UHC Uster: Holenstein; Klauenbösch, Henriksson; Bolliger, Steiger; Heierli, Aellig; Schubiger, Juhola, Hummer; Nideröst, Berweger, Suter; Kellermüller, Urner, Stäubli; Tschopp, Büsser. – 7. Pfostenschuss Johnsson (Wiler-Ersigen). 51. Hummer vergibt Penalty. 58. Timeout Uster. Uster ab 57:33 bei eigenem Ballbesitz ohne Goalie.