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Herren NLA

22.12.2018

Eindrückliche Reaktion des UHC Uster

Nach der 9:2-Schlappe bei Malans eine Woche zuvor rehabilitieren sich die Ustermer mit einem 8:3-Heimerfolg gegen die Tigers Langnau. Die Zürcher Oberländer nutzten die zahlreichen Bankstrafen der Emmentaler konsequent und sorgten im Schllussdrittel für die entscheidende Differenz.

Die 351 Zuschauer im Buchholz bekamen bereits im Startdrittel eine äusserst animiert geführte Partie mit zahlreichen Torchancen auf beiden Seiten zu sehen. Richtig lanciert wurde das Duell zwischen den Zürcher Oberländern und den vor dem Spiel in der Tabeller nur einen Punkt dahinter platzierten Tigers nach sechs Minuten, als Martin Mosimann vor dem Ustermer Tor vergessen ging und als Folge der Ball erstmals an diesem Abend im Netz zappelte. Danach leisteten die Langnauer den Zürcher Oberländern etwas Schützenhilfe, indem nacheinander Yannik Aeschlimann und Torschütze Mosimann wegen Stockschlags auf der Strafbank Platz nahmen. Die zweite Überzahlphase vermochte Juhola zum Ausgleichstreffer zu nutzen, indem er einen angetäuschten Pass ins gegnerische Gehäuse schlenzte.

Nur 41 Sekunden nach dem erneuten Führungstreffer der Emmentaler durch Kevin Kropf Konnten die Zürcher Oberländer erneut gleichziehen: Romano Schubiger fing in der gegnerischen Hälfte einen Pass ab und bediente den allein aufs Tor laufenden Anjo Urner, der Tigers-Goalie Jürg Siegenthaler keine Chance liess. Dass das Pausenresultat 2:2 und nicht 3:3 hiess, war den Torhütern auf beiden Seiten zu verdanken, die sich gegen die Schüsse von Tiger Simon Flühmann beziehungsweise dem Ustermer Timon Stäubli mit ihrer Reaktionsschnelligkeit auszeichnen konnten. Uster-Keeper David Holenstein hatte dann noch eine äusserst haarige Situation zu meistern, als kurz vor der Pausensirene ein auf Verteidigerkollege Florian Bolliger gedachte Rückpass von Thomas Aellig etwas misslang und beinahe zwischen den Beinen des überraschten Keepers durchrutschte.

Die erste Hälfte des Mitteldrittels war geprägt von einer heftigen Druckphase des Heimteams, die nur kurz für zwei Minuten wegen einer Bankstrafe gegen Aellig wegen Stockschlags unterbrochen wurde; für die Tigers resultierte im Überzahlspiel aber einzig ein Pfostenknaller von Yannick Glauser. Es bedurfte jedoch eines Penaltys, damit das Heimteam doch noch den erstmaligen Führungstreffer erzielen konnte; Stäubli war vom Emmentaler Kropf wegen Stockschlags am Abschluss gehindert worden. Kollege Bolliger nutzte das Vorweihnachtsgeschenk auf souveräne Art und liess Siegenthaler mit einem satten Schuss keine Abwehrchance.

Beim Versuch, den knappen Ein-Tore-Rückstand wettzumachen, stellten sich die Mannen aus dem Emmental im letzten Spielabschnitt nicht besonders clever an. Bereits nach einer gespielten Minute sassen mit Topscorer Thomas Gfeller und Aeschlimann bereits zwei Tiger auf der Strafbank. Juhola nutzte die Zwei-Mann-Überzahl mit dem selben Trick, den er bereits beim 1:1-Ausgleichstreffer angewandt hatte. Nachdem der an diesem Abend in bester Spiellaune befindliche Finne wenig später sogar zum 5:2 erhöht hatte, reagierten die Langnauer wiederum mit weiteren Strafen; im Fall von Jonas Guggisberg war es gar eine fünfminütige, nachdem er den an ihm vorbeiziehenden Aellig etwas gar grob über die Bande befördert hatte. Savinainen bestrafte die Aktion mit einer wunderschönen Direktabnahme auf Pass von Juhola mit dem sechsten Ustermer Treffer, dem Topscorer Simon Suter dreieinhalb Minuten vor Schluss noch ein Abstaubertor folgen liess. Etwas überraschend versuchten sich die Gäste für die verbleibende Spielzeit noch ohne Torhüter, woraus zwar ein Torerfolg durch Simon Flühman, aber ebenso noch ein Gegentreffer durch Urner zum 8:3-Schlussergebnis resultierten.

Mit drei Toren und einem Assist war Niko Juhola der Mann des Spiels. Als wichtigen Aspekt des Erfolgs gegen die Langnauer nannte der Finne das Überzahlspiel. «Unser Powerplay war im bisherigen Saisonverlauf nicht wirklich gut, weshalb wir im Training vermehrt den Fokus darauf gelegt haben. Das Resultat sah man an diesem Abend. Es kam uns natürlich zugute, dass wir heute auch zahlreiche Gelegenheiten zum Überzahlspiel hatten.» Anders als beim misslungenen Auftritt bei Malans vor Wochenfrist sei man gegen die Tigers von Beginn an bereit gewesen. «Besonders defensiv haben wir einen sehr guten Auftritt hingelegt und unzählige Schüsse geblockt; das hat den Gegner wohl auch etwas zermürbt.» Natürlich sei es schön, das Jahr mit einem Sieg abzuschliessen, aber: «Wichtiger war, dass der Erfolg gegen einen unserer direkten Konkurrenten um die Playoffplätze zustande kam.»

Die Premiere vor Heimpublikum feierte gegen die Tigers Usters schwedischer Hoffnungsträger Joel Kanebjörk. Mit dieser war er um einiges zufriedener als mit jener die Woche zuvor auswärts bei Malans. Der Center beeindruckte insbesondere mit einer defensiv souveränen Spielweise und Übersicht, die dem Team viel Sicherheit gab. «Gegen Malans haben wir nicht mal versucht, Unihockey zu spielen. Wir hatten total vergessen, was wichtig ist in diesem Spiel: harte Arbeit und teamorientierter Einsatz. Das haben wir im Nachgang genau analysiert, die richtigen Schlüsse gezogen und nun die Belohnung dafür erhalten.» Zu seiner persönlichen Performance meinte der Captain: «Das war mein zweites Spiel diese Saison; natürlich bin ich noch nicht bei 100 Prozent. Ich versuche jedoch, das derzeit vorhandene Potenzial so einzusetzen, dass ich die geforderte Leadership-Rolle ausfüllen und dem Team Vertrauen ins eigene Spiel schenken kann. In erster Linie liegt der Fokus dabei auf der Defenisve; wenn wir dann mal in Führung sind, kann ich auch gegen vorne aktiver werden. Das Spiel heute war ja ein gutes Beispiel dafür.»

 

UHC Uster : Tigers Langnau 8:3 (2:2, 1:0, 5:1)

Buchholz, Uster. – Zuschauer: 351. – SR: Hohler/Koch. – Tore: 7. Mosimann (Brechbühl) 0:1. 10. Juhola (Bolliger). 15. (14:28) Kropf (Brechbühl) 1:2. 16. (15:19) Urner (Schubiger) 2:2. 35. Bolliger 3:2. 43. Juhola (Suter) 4:2. 46. Juhola (Suter) 5:2. 53. Savinainen (Juhola) 6:2. 57. Suter (Hurni) 7:2. 59. Flühmann 7:3. 60. Urner (Klauenbösch) 8:3. – Strafen: 3 mal 2 Minuten gegen Uster, 5 mal 2 Minuten plus 1 mal 5 Minuten (Guggisberg wegen grobem Körpereinsatz) gegen Langnau. – UHC Uster: Holenstein; Bolliger, Aellig; Heierli, Klauenbösch; Gallati, Hurni; Savinainen, Juhola, Suter; Kanebjörk, Berweger, Stäubli; Schubiger, Kellermüller, Urner; Schaffer, Ledergerber, Schläpfer, Zimmermann. – 25. Pfostenschuss Glauser (Langnau). 57. Timeout Langnau. Langnau ab 56:24 bei eigenem Ballbesitz ohne Torhüter. Uster ohne Steiger, Brütsch und Büsser (alle verletzt).