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Herren NLA

05.01.2019

Einbruch im Schlussdrittel

Einbruch im Schlussdrittel

Dem UHC Uster misslingt der Auftakt ins neue Jahr auf dramatische Art und Weise. Die Zürcher Oberländer gingen mit einer 4:2-Führung auswärts gegen die Grasshoppers in den letzten Spielabschnitt, kassierten aber bis zum Schlusspfiff noch sieben Gegentreffer.

Wann und was genau der Knackpunkt im Spiel der Ustermer gewesen war, vermochte ein sichtlich enttäuschter Florian Bolliger kurz nach der 9:4-Niederlage in der Zürcher Hardau-Sporthalle gegen den aktuellen Tabellenleader nicht genau zu sagen. «Wir hätten in den ersten beiden Dritteln sicher noch besser spielen können und wären dann vielleicht mit drei oder vier Toren Vorsprung ins letzte Drittel gegangen. Dann haben wir nach nur 25 Sekunden ein unglückliches Gegentor erhalten, kassierten kurz darauf einen Doppelschlag, haderten mit den Schiedsrichtern und waren zu keiner Reaktion mehr fähig.» Zum Schluss mussten die Zürcher Oberländer froh sein, verhinderte ihr Keeper David Holenstein in der Schlussekunde noch das zehnte Gegentor und damit die Schmach eines Stängelis.

Dabei begann der Abend alles andere als schlecht. Schon beim Einspielen der beiden Teams vor dem Anpfiff wurde es dem Ustermer Fan schon beinahe warm ums Herz: Mit Ausnahme des immer noch rekonvaleszenten nominellen Ersatzgoalies Nicola Brütsch lief nämlich erstmals in dieser Saison das gesamte Kader auf, sprich die Ustermer brachten tatsächlich 20 Feldspieler aufs Matchblatt.

Nicht weniger optimal liess sich dann auch die Partie an. Anjo Urner und Timon Stäubli, der Natigoalie Pascal Meier auf Seiten der Hoppers souverän aussteigen liess, sorgten für die 2:1-Führung nach dem ersten Drittel. Das Mitteldrittel endete mit demselben Resultat zugunsten der Gäste, nachdem Joel Kanebjörk mit einem trockenen Abschluss seinen ersten Treffer in den Farben des UHC Uster erzielt und Raphael Berweger ein Zuspiel Stäublis unhaltbar in den Maschen versenkt hatten. Raphis Tor fiel in eine Druckphase der Stadtzürcher, die ihren Anfang zur Spielmitte genommen hatte, als GC-Topscorer Joël Rüegger drei Sekunden vor Ablauf einer Zweiminutenstrafe gegen Stäubli wegen hohen Stocks seinen ersten von insgesamt vier Treffern an diesem Abend erzielte. In den folgenden zehn Minuten hatten die Hoppers mehrmals den Ausgeich auf dem Stock, erwiesen sich jedoch als kollektiver Chancentod. In dieser Phase sorgte in der Halle des vom Speaker als «weltbester Torhüter» angekündigten GCZ-Keepers Meier, der an der vergangenen WM als bester seines Fachs ausgezeichnet worden war, dessen Ustermer Pendant David Holenstein für die grosse Torhüter-Show und liess die Heuschrecken ein ums andere Mal verzweifeln.

Das Desaster nahm nach 25 Sekunden im Schlussdrittel mit dem Anschlusstreffer von Rüegger seinen Anfang. In der 50. Minuten benötigten die ihre Kräfte auf zwei Linien konzentrierenden Stadtzürcher gerade mal neun Sekunden, um mit zwei weiteren Toren erstmals an diesem Abend in Führung zu gehen. Wenig später reagierte Rüegger am schnellsten, als für kurze Zeit wegen des ausbleibenden Pfiffs der Schiedsrichter nach einer Intervention gegen Kanebjörk allgemeine Konsternation herrschte, und sorgte für die in jenem Moment bereits vorentscheidende Zweitoreführung, den das Heimteam gegen die nicht mehr zu einer wirklichen Gegenwehr fähigen Ustermer dann noch weiter ausbauen und somit seinen 13., inklusive Cup 16. Saisonsieg in Serie feiern konnte.

«Die Grasshoppers sind aktuell das beste Team der Liga, das hat man auch heute wieder gesehen. Aber ich denke, wir haben ihnen auch aufgezeigt, dass sie gegen uns bei einem allfälligen Playoffduell kein leichtes Spiel haben werden», so Bolliger. «Wir müssen dieses Spiel jetzt abhaken und vorwärts schauen. Es folgen nun wichtige Partien gegen Teams, mit denen wir uns im direkten Kampf um die Playoffplätze befinden. Da müssen wir alles daran setzen, jeweils möglichst über die ganzen 60 Minuten die Inititative im Spiel zu behalten.»

 

Grasshopper-Club Zürich : UHC Uster 9:4 (1:2, 1:2, 7:0)

Sporthalle Hardau, Zürich. – Zuschauer: 962. – SR: Bühler/Bühler. – Tore: 3. Urner (Schubiger) 0:1. 10. Heller (Rüegger) 1:1. 16. Stäubli (Berweger) 1:2. 25. Kanebjörk 1:3. 30. Rüegger (Reusser) 2:3. 37. Berweger (Stäubli) 2:4. 41. Rüegger (Mock) 3:4. 50. (49:32) Julkunen (Zürcher) 4:4. 50. (49:41) Heller (C. Meier) 5:4. 53. (52:14) Rüegger (Mock) 6:4. 53. (52:41) D. Steiger (Göldi) 7:4. 58. (57:42) Bier (D. Steiger) 8:4. 59. (58:41) Rüegger 9:4. – Strafen: 2 mal 2 Minuten gegen GCZ, 2 mal 2 Minuten gegen Uster. – UHC Uster: Holenstein; Bolliger, Aellig; Heierli, Klauenbösch; Gallati, Hurni; Savinainen, Juhola, Suter; Kanebjörk, Berweger, Stäubli; Schubiger, Kellermüller, Urner; Schaffer, Ledergerber, F. Steiger, Schläpfer, Büsser, Nideröst. – 19. Tor von Wenk (GCZ) wegen hohen Stocks aberkannt. 58. Timeout Uster. Uster zwischen 57:42 und 58:41 ohne Torhüter. Uster ohne Brütsch (verletzt).

 

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